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Dominion – Reiche Ernte

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4. Erweiterung

Kartenspiel

Hans im Glück / Schmidt Spiele

Turniersieger - und die Fans sind glücklich

Das Spiel des Jahres 2009, Dominion, ist innerhalb von zwei Jahren zu einem absoluten Kultspiel aufgestiegen, das locker mit Größen wie den Siedlern oder Carcasonne mithalten kann. Viele Internetblogs, die selbst entwickelte Karten oder gar ganze Themensets diskutieren oder anbieten, und nationale oder sogar internationale Meisterschaften sprechen eine deutliche Sprache. In eben jenen Foren wird neben neuen Spielideen und Strategien auch über neueste Editionen diskutiert, die offiziell in Deutschland vom Hans im Glück Verlag vertrieben werden. So durfte man heuer ein gutes halbes Jahr lang die Vorfreude und die Regel- und Karten-Übersetzungen des englischen Originals bestaunen, die ebenso zahlreich weitergegeben wurden wie die vielfältigen Ankündigungsszenarien.

Nun ist es also so weit und alle Fans und Freunde haben die Chance, die deutsche Übersetzung der Edition Prosperity ins Spielregal zu stellen - die vierte Erweiterung und das mittlerweile sechste Dominion-Spiel (Was für eine Welt und Die Intrige waren beides Basisspiele). Die im ersten Halbjahr 2011 auf der Basis des englischen Originals vermutete Übersetzung Füllhorn hat es am Ende nur auf eine, wenn auch sehr interessante Geldkarte gebracht; hingegen gedeiht der Begriff Reiche Ernte richtig gut, samt einer einfachen, aber klaren Beschreibung von goldenen Sommern und dem entsprechenden Einholen der Früchte und Leckereien.

So folgt diese Version also thematisch dem grandiosen Vorgänger Blütezeit (die wahrscheinlich beste Erweiterung) und fügt sich auch inhaltlich geschickt daran an. Während Blütezeit nämlich mit opulenten Glückskarten begeisterte, die Spiele schnell entscheiden konnten, bietet Reiche Ernte Erträge, die zwar auch richtig gewinnbringend sein können, aber auch immer auf solidem Fundament gebaut sind. Karten wie Bauerndorf, Menagerie, Treibjagd, Ernte oder Weiler zeugen auch sprachlich von dieser Bodenständigkeit, die keine Kapriolen, aber dafür interessante Spielereien zulässt – häufig sind erweiterte Möglichkeiten an Bedingungen geknüpft, so wie für eine besonders reiche Ernte eben auch gutes Wetter notwendig ist.

Der besondere Clou dieses Spiels ist die Karte Turnier, die wieder mal eine Neuigkeit einführt, die ja jedes Mal auch ein Massengrab für Aktionskartenfetischisten sein kann. Denn geknüpft an bestimmte Bedingungen (eine Provinz gleichzeitig auf der Hand haben) ermöglicht das Ausspielen des Turniers einen Preis einzusacken, der eben außer den Bedingungen nichts kostet. Fünf dieser besonderen Karten stehen zur Verfügung, eine herrlicher als die andere. Gold- oder Silbergeschenke, kombinierte Angriffe oder weitere tolle Gimmicks, die man von anderen Karten kennt und die es hier in Reinform zum Nullpreis gibt. Das Problem: Turniere und Provinzen kaufen anstatt Geldkarten anzulegen, der primären Strategie vieler Dominion-Kenner? So bleibt also auch hier wieder mal die Frage, auf welches Pferd zu setzen sei.

Eine Strategie, die, spielt man mit vielen neuen Klarten, sehr belohnt wird ist ein heterogenes Deck; das heißt also eine möglichst bunte Mischung der Aktionskarten (und auch der anderen), denn viele Vorteile ergeben sich, wenn man Karten unterschiedlichen Namens ausspielt oder auf der Hand hat. Auch der Harlekin mit einer pfiffigen und gelungenen Angriffsaktion (selber ausprobieren) und die junge Hexe (mit dem intelligenten Bannstapel) sind goldene Entdeckungen.

Alles in allem eine besonders gelungene Erweiterung, die alle Fans glücklich machen muss und die Kartenfamilie der Dominiongemeinschaft wieder um 18 Karten erweitert. Momentan ist nicht ersichtlich, warum diese Erweiterungen irgendwann aufhören sollten. Dominion wächst und gedeiht und das wird es weiterhin tun. Was für ein Glück!

Marco Gerhards

 

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