Extra!
Würfelspiel
Schmidt Spiele
Das knifflige Extra!
Ein Extra kann es beim Essen geben, beim Gehalt oder auch im Fernsehen, wenn etwas Besonderes passiert ist. Und immer deutet es an, dass es sich hier um eine bestimmte und eben extra zu erwähnende Zugabe handelt, die entsprechend behandelt werden will. Und nun gibt’s auch ein Extra beim Würfelspiel, das auch genau so heißt und entsprechend daher kommt. Als erstes der extrapragmatische Würfelturm, der allen leidgeplagten Glastischspielern den ewigen Krach nimmt und Spielern auf Reisen endlich Platz an jedem Ort bietet. Die Verpackung, rundum glücklich und alles drin, wird in Form eines L aufgestellt. Die Würfel oben hinein fallen lassen, entsprechende Rillen sorgen für mächtig Bewegung und unten kommen dann die Zahlen heraus – extracool!
Ähnliches Zubehör in Form von fünf Würfeln gibt’s beim Kniffel und auch sonst hat man zunächst einen kniffligen Eindruck. Die Würfel mit den Augenzahlen von Eins bis Sechs, Würfelblock und Stifte. Das Spiel selbst aber ist eine völlig andere Hausnummer als der ewig junge Klassiker, stammt aber auch aus Amerika und zwar von dem dortigen Spieleerfinder Sid Jackson. Und der hat ein ganz neues, extra-interessantes Spielprinzip ertüftelt. Nur ein Spieler wirft für alle Teilnehmer die fünf Würfel und mit dem entsprechenden Ergebnis müssen nun alle arbeiten. Die Arbeit besteht darin, aus diesem Wurf zwei Würfelsummen aus je zwei Würfeln sowie eine Extrazahl auszuwählen.
Da haben wir also das Extra dieses Spieles. Für die Extrazahl gibt es auf dem Spielblock eine Extraspalte zum Eintragen, nur drei dürfen es allerdings im gesamten Spielverlauf sein. Sind diese in den ersten Runden dann festgelegt, ist man sozusagen an diese Extrazahlen gebunden, und muss sie, sofern eine davon im Wurf vorkommt, als solche auch nutzen. Das hat dann den entscheidenden Nachteil, dass auch die Würfelpaare sich daraus zwangsläufig ergeben. Diese wiederum bestimmen aber die zu erzielenden Punkte. Was sich auf den ersten Blick kompliziert anhört, liegt nur mehr daran, dass dieses Prinzip so eben noch unbekannt ist. Schon nach ganz wenigen Runden ist man drin im Geschehen – und das voller Freude!
Wichtig ist der vorgegebene Schreibblock zum Eintragen: Logischerweise sind dort die drei Extraspalten vorhanden, ebenso wie die elf möglichen Würfelpaarenwerte von Zwei (zwei Einser) bis Zwölf (zwei Sechser). Siedlerspieler wissen um die Chancenungleichheit beim Augenwurf. Sechs, sieben und Acht kommen eben aufgrund der Möglichkeiten deutlich häufiger vor als Einer oder Sechserpaschs (und somit Zwei oder Zwölf als Ergebnis). Heißt im Umkehrschluss: Paare mit geringer Chance bringen am Ende mehr Punkte, Paare mit größerer eben weniger; andererseits ist die Wahrscheinlichkeit größer, nicht mit Minuspunkten belohnt zu werden. Das ist nämlich auch möglich, weil man im Laufe des Spieles, das für jeden Spieler übrigens unterschiedlich endet (wenn nämlich die erste Extrazahl im Block komplett ausgestrichen ist), eine bestimmte Anzahl von Paaren erreichen muss, um von Minusbereich in den Pluspunktbereich zu kommen.
Je mehr Paare man erwürfeln kann (maximal elf bei den mittleren Zahlen) umso höher wird dann der Multiplikationsfaktor für das Endergebnis. Würfelfreunde, keine Sorgen, das alles hört sich komplizierter an als es in Wirklichkeit ist. Denn der Spielblock gibt klare Anweisungen und das ganze Procedere ist dort auf einen Blick ersichtlich. Und schon nach wenigen Spielen wurde in unserer Runde ein richtiggehender Suchtfaktor ausgemacht, weil es einfach ein extragutes Spiel ist, das logischerweise auch allein gespielt werden kann. Auf der Jagd nach Rekorden ist bei Extra! alles möglich. Ein sehr empfehlenswertes Spiel, vor allen Dingen zu dem fairen Preis!
Marco Gerhards
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